Gespräche

Was ist gerecht?

Ein Gespräch mit dem Wirtschaftswissenschaftler Ernst Fehr über unser angeborenes Bedürfnis nach Fairness, selbstlose Einzelkinder und die Frage, wie viel Ungerechtigkeit eine Gesellschaft aushält.

Erschienen in Zeit-Magazin 31/09

Über Gott und die Welt

erschienen im Zeit Magazin 15 / 2009

Übermäßiger Respekt ist keine  Regung, die mich oft plagt. Nachdem allerdings Steven Weinberg für ein Gespräch zugesagt hatte, fragte ich mich doch, wie ich einem Mann begegnen sollte, der wie kaum ein anderer lebender Physiker unsere Vorstellung vom Aufbau und der Entstehung des Universums geprägt hat.
    Doch alle Befangenheit verflüchtigte sich, als ich das bescheidene Zimmer an der Universität von Texas in Austin betrat, in dem Weinberg vor einer Tafel mit mathematischen Symbolen saß. Ohne selbst aufzustehen, bot er mir einen Platz an und begann mich sofort in eine Konversation zu verwickeln, die so freundlich war, als hätten wir uns schon lange gekannt. Während des Gesprächs lachte er immer wieder laut auf. Seine Hände spielten unterdessen mit dem vergoldeten Knauf eines Spazierstocks.


Professor Weinberg, ist es wahr, dass Sie die große Entdeckung Ihres Lebens in einem roten Sportwagen gemacht haben?

Ja, in einem Chevrolet Camaro. Das war 1967. Ich versuchte damals, die starken Kräfte zu verstehen, die den Atomkern zusammenhalten. Aber ich gelangte nirgendwo hin.

Erinnern Sie sich?

Wie unser Gedächtnis funktioniert: Die Heidelberger Neurobiologin Hannah Monyer über wandernde Hirnzellen, eine Kindheit in Siebenbürgen und die Möglichkeit, das Gehirn zu dopen

erschienen im Zeit-Magazin 12/09

Der Wespenversteher

Wer Wespen beobachtet, sagt der Verhaltensforscher Raghavendra Gadagkar,  kann viel lernen: Über Männer, Frauen und Moral.

erschienen im Zeit-Magazin 08/09

  Sie leben mit Ihrem Forschungsobjekten zusammen. Es heißt, Ihr ganzes Haus sei voller Wespennester. Was sagt denn Ihre Familie dazu?

     Wir haben das Haus sogar nach meinen Wespen »Ropalidia« benannt. Die Tiere gehören einfach zu meinem Leben. Wenn ich verreist bin, kümmert sich meine Frau um sie. Und als unser Sohn zum ersten Mal bewusst mitbekam, dass er gestochen wurde, war er begeistert – da fühlte er sich wie ein erwachsener Mann.

"Wir waren sehr naiv"

 Ein Gespräch mit Craig Venter

erschienen in Zeit Magazin 03/09

Craig Venter ist der wohl umstrittenste Wissenschaftler unserer Zeit. Seine Bewunderer rühmen Charisma, Mut und Intelligenz dieses Biochemikers, der mehr Gene entschlüsselt hat als irgendwer sonst. Für seine Feinde hingegen ist er »Darth Venter«: Wie der brutale Tyrann Darth Vader in Krieg der Sterne einst von der Truppe der Guten abfiel und auf die dunkle Seite der Macht wechselte, so habe auch Venter das staatliche amerikanische Gesundheitsforschungszentrum NIH verlassen und private Forschungseinrichtungen und Firmen gegründet, um Alleinherrscher über das Universum der Gene zu werden.

"Dürfen wir kurz stören, Leonardo da Vinci?"

erschienen in Zeit Magazin 42/08

Im Jahr 1514 lebt Leonardo da Vinci in Rom. Er ist dem Ruf Julian II de' Medicis gefolgt, des mächtiges Bruders des neuen Papstes Leo X. Mit den Mitgliedern seiner Werkstatt wohnt der inzwischen 62jährige Meister im Belvedere-Hof des Vatikans, der zu den päpstlichen Gemächern gehört. Der aus der Zukunft angereiste Interviewer wird in einen Atelierraum im Seitenflügel geführt, in dem mehrere Staffeleien unfertige Ölgemälde tragen. Eines davon zeigt eine junge Frau mit einem sonderbaren Lächeln; ihre schwarzen Augen scheinen den Betrachter fortwährend anzusehen.

"Mitgefühl ist Eigennutz"

erschienen in Zeit Magazin 21/08
Dank Spiegelneuronen können wir uns in andere Menschen einfühlen. Der italienische Neurophysiologe Vittorio Gallese ist auf diese Zellen gestoßen

Klein: Professor Gallese, die wichtigste Entdeckung Ihres Lebens gelang Ihnen, als Sie Arzt im Gefängnis waren.
Gallese: Damals hatte ich gerade meinen Dienst als Sanitätsoffizier der Luftwaffe hinter mir und wollte forschen. Die Universität gab mir keine Stelle. Aber im Gefängnis war eine frei. Also arbeitete ich tagsüber unbezahlt im Labor, während ich nachts und am Wochenende in der Strafanstalt mein Geld verdiente.

"Die Freude am Unregelmäßigen"

 Erschienen in Zeit Magazin 26/2007

Roald Hoffmann hat 500 Fachartikel veröffentlich, die ihm den Nobelpreis für Chemie eintrugen. Gefeiert wurde er aber auch für seine drei Theaterstücke und vier Gedichtbände gefeiert, in denen er unter anderem seine Erfahrungen als Überlebender des Holocaust verarbeitet hat – und nach den Gesetzen der Schönheit sucht.

Klein: Professor Hoffmann, haben Sie ein Lieblingsmolekül?
Hämoglobin – der rote Farbstoff des Bluts. Es ist ein Molekül von geradezu barocker Pracht. An die 10 000 Atome, die meisten Wasserstoff und Kohlenstoff, sind zu vier Ketten verbunden, die einander umschlingen. Das Ganze ähnelt vier Bandwürmern beim Liebesakt.

Die stärkste aller Empfindungen

erschienen in Zeit Magazin 47/07

Walter Zieglgänsberger ist Deutschlands bekanntester Schmerzforscher. Im Gespräch mit  Stefan Klein erklärt er, wie wir die Signale unseres Körpers besser verstehen können

"Wir sind alle Sternenstaub"

erschienen in Zeit Magazin 31/08

Martin Rees, Hofastronom der Queen und Professor in Cambridge, erklärt im Gespräch mit Stefan Klein, warum unser Universum vermutlich Geschwister hat und was es mit Schwarzen Löchern auf sich hat